DGMK-Forschungsbericht
530
Messung der
Fließgrenze für Erdöl und
Erdölprodukte
Kurzfassung
Die Wandschubspannung bzw.
der Yield Stress für zu verpumpende
Mineralöle in Abhängigkeit von der Temperatur ist für
den
Pipelinebetrieb eine wichtige Größe. Wegen der sehr
aufwendigen
Bestimmungen dieser Größe liegen bisher jedoch keine
systematischen
Untersuchungen vor.
Daher wurde in einem ersten Schritt eine kompakte Meßapparatur
auf Basis einer Modellpipeline konzipiert und aufgebaut. Messungen mit
unterschiedlichen Längen und Durchmessern der Modellpipeline
zeigen,
daß die erhaltenen Ergebnisse für die Wandschubspannungen
von
der Geometrie der Meßapparatur unabhängig und damit
übertragbar
sind.
Der Einfluß einer thermischen und mechanischen
Probenvorbehandlung
wurde untersucht und eine Meßprozedur entwickelt, die eine
Verfälschung
der Meßergebnisse für den Yield Stress durch eine
Veränderung
der Probenzusammensetzung oder der Probenhistorie ausschließt.
Die Temperaturabhängigkeiten des Yield Stress wurden für 14
Rohöle und Rohölblends gemessen. Dabei zeigt sich sowohl eine
große Varianz in der absoluten Höhe der Meßwerte wie
auch
in der Abhängigkeit von der Temperatur. Für die untersuchten
reinen Rohöle zeigte sich hier ein Zusammenhang mit dem
n-Paraffingehalt.
Bei Rohölen mit hohen n-Paraffingehalten führen geringe
Temperaturveränderungen
bereits zu großen Änderungen in der Wandschubspannung, bei
geringen
n-Paraffingehalten ist diese Tendenz deutlich weniger ausgeprägt.
Ein Vergleich des mittels Modellpipeline bestimmten Yield Stress und
der Wandschubspannung aus rotationsviskosimetrischen Messungen zeigt
für
einen Teil der Proben vergleichbare Ergebnisse, während für
andere
Rohöle signifikante Abweichungen gefunden werden. Für die
betrachteten
reinen Rohöle wird eine gute Übereinstimmung der beiden
Datensätze
bei denjenigen Proben mit geringen n-Paraffingehalten gefunden.
Für
die untersuchten Rohölblends ist keine Systematik zu erkennen.
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